
SWF freut sich, über die Ergebnisse von laufenden und kürzlich zu Ende
geführten wissenschaftlichen Untersuchungen, die durch das Forschungsprogramm
finanziell unterstützt werden, berichten zu können. Diese Studien erhöhen unser
Verständnis zu Pathogenese und komorbiden Erkrankungen, die oft mit einer
Diagnose einhergehen. Infolge von
weltweiten Partnerschaften mit Patienten, Medizinern, Wissenschaftlern und der
Industrie ist SWF seit 1987 in der Lage, die Lebensqualität von Patienten zu
verbessern, die unter mit Feuermalen verbundenen Symptomen leiden.
LAUFENDE
STUDIEN
ABGESCHLOSSENE STUDIEN
Komorbidität
bei Epilepsie und Kopfschmerzen in Patienten mit Sturge-Weber-Syndrom
Eric H. Kossoff, MD*†, Laura
A. Hatfield†, Karen L. Ball‡, Anne M. Comi, MD†
†Abteilungen für Neurologie und Pädiatrie,
The Johns Hopkins Medical Institutions, Baltimore, Maryland und ‡The
Sturge-Weber-Foundation Mt. Freedom, New Jersey
KURZDARSTELLUNG
Einführung: Das
Sturge-Weber-Syndrom (SWS) ist mit leptomeningealen Angiomen, trigeminalen
Feuermalen, Epilepsie und Glaukom verbunden. Klinisch gesehen haben viele
SWS-Patienten sowohl epileptische Anfälle als auch Kopfschmerzen, was aber in
der Fachliteratur bisher nie beschrieben wurde.
Methoden: Ein
Fragebogen wurde an 182 Patienten versendet, die durch die
Sturge-Weber-Foundation als unter komorbider Epilepsie und Kopfschmerzen
leidend identifiziert wurden. 68 Umfragen wurden anonym zurückgesendet; 55
berichteten sowohl von epileptischen Anfällen als auch von Kopfschmerzen.
Ergebnisse: Das
mittlere Alter für das erste Auftreten von Kopfschmerzen lag bei 8 Jahren bei
einer mittleren Häufigkeit von 3 Vorkommnissen im Monat. Der häufigste Auslöser
war Schlafentzug (68 %). Für 58 %
stellten Kopfschmerzen entweder ein gleichgroßes oder größeres Problem
dar. Ibuprofen und Acetaminophen waren
die am häufigsten verwendeten Abortivmittel; 22 % hatten Sumatriptan
ausprobiert. Nur 22 % gaben an, dass der Gebrauch von Antikonvulsiva von einem
Neurologen vorbeugend empfohlen wurde. Die durchschnittliche
Kopfschmerzhäufigkeit war größer bei Patienten, die von schlaganfallähnlichen
Symptomen berichteten (Kopfschmerzhäufigkeit 5 im Vergleich zu 1 Mal pro Monat,
p=0,01). Bei Patienten mit einer Familienanamnese von Kopfschmerzen traten die
Kopfschmerzen in einem früheren Lebensalter auf (7,5 verglichen mit 11 Jahren
p=0,02). Die Wahrscheinlichkeit von Verhaltensstörungen bei Patienten mit einer
Familienanamnese von epileptischen Anfällen war ebenfalls höher (69 %
verglichen mit 33 %, p=0,02). Bei Patienten, die über Lernprobleme oder
Hemiparese berichteten, traten die epileptischen Anfälle in einem früheren
Lebensalter auf.
Diskussion: Ebenso wie
Epilepsie, können migräneartige Kopfschmerzen für SWS-Patienten ein erhebliches
Problem darstellen. Trotzdem wurden Triptans und vorbeugende Medikamente
(einschließlich Antikonvulsiva) bei weniger als der Hälfte aller Patienten
verwendet. Die Korrelationen von Familienanamnese sowohl beim altersbedingten
Auftreten von Symptomen als auch bei Verhaltensproblemen legen nahe, dass
genetisches Trägermaterial ein Faktor bei der Bestimmung unterschiedlicher
neurologischer Erscheinungsformen von SWS sein kann.
WACHSTUMSHORMONMANGEL BEI KINDERN MIT STURGE-WEBER-SYNDROM
Ryan S. Miller, MD1, Karen Ball2, Anne M. Comi, MD3,
Emily L. Germain-Lee, MD1
Quelle der
Unterstützung: Die Sturge-Weber Foundation
KURZDARSTELLUNG
Das Sturge-Weber-Syndrom (SWS) ist eine neurokutane Funktionsstörung,
die durch vaskuläre Missbildungen der Haut, der Augen und des
Zentralnervensystems gekennzeichnet ist. Angesichts der anomalen
Gefäßversorgung und Kalzifizierung, die bei SWS-Patienten im
Zentralnervensystem häufig auftreten, könnte man vermuten, dass die
Hypothalamus-Hypophysen-Achse dem Risiko einer Schädigung ausgesetzt ist. Es gibt bis heute keine Studien, die die
endokrinen Abnormalitäten dieses Leidens untersuchen. Wir haben die medizinischen
Unterlagen von 19 Patienten mit möglichem Wachstumshormonmangel untersucht, die
aus einem von der Sturge-Weber Foundation geführten, 1653 Patienten umfassenden
Verzeichnis identifiziert wurden. Dabei konnten wir bei 10 Patienten einen
Wachstumshormonmangel nachweisen, was einer Verbreitung von 0,61 % entspricht
und 21 Mal höher ist als unter der Allgemeinbevölkerung, wo die Verbreitung bei
0,03 % liegt. Wir gehen davon aus,
dass es weitere noch nicht auf Wachstumshormonmangel untersuchte SWS-Patienten
gibt, und vermuten, dass die Verbreitung deutlich über 0,61 % liegt. Die vorliegende Studie unterstreicht, wie
wichtig es ist, den Wachstumshormonmangel als Ursache für das ausbleibende
Wachstum bei Kindern mit SWS in Betracht zu ziehen. Die sachgerechte Beurteilung und Behandlung von Wachstumshormonmangel
in Kindern mit SWS kann Folgekrankheiten von Wachstumshormonmangel – wie
ausbleibendes Längenwachstum, Fettleibigkeit, verminderte
Mineral-Knochendichte, beeinträchtigte Nieren- und Herzfunktion, erhöhte
Lipidwerte und ein allgemein vermindertes Wohlbefinden – verhindern helfen.
STUDIEN IN
DER ENTWICKLUNG